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Zweiter BOMO-Sieg gegen Neuenburg innert Wochenfrist

So 29.01.2023 – Thun.

 

Der EV BOMO stellt seine Heimstärke erneut unter Beweis und bezwingt die Neuchâtel Hockey Academy im Grabengut mit 3:1. Es ist nach dem Erfolg im Cup-Viertelfinal der zweite Sieg gegen den gleichen Gegner innert einer Woche. Die Hausherrinnen tun sich lange schwer. Die drei Punkte bleiben jedoch verdientermassen in Thun.

Energiespielerin in Aktion - BOMO's Cindy Joray enteilt Neuchâtel's Camille Walker (Bild: Esther Minder)

 

Women’s League ohne Kehraus-Spiele

 

Man könnte denken, dass die Saison für die Neuchâtel Hockey Academy längst gelaufen ist. Die Romandes sind drei Runden vor Schluss der Regular Season Zweitletzter in der Tabelle und werden dies auch bleiben. Die Playoffs hat man schon früh abschreiben müssen und im Cup ist man vor einer Woche an BOMO gescheitert. Auf der anderen Seite beträgt der Abstand zum letztplatzierten Ambri satte 14 Punkte. Also alles gegessen? Mitnichten. Der spezielle Modus der Women’s League sorgt dafür, dass kein Team drei Runden vor Schluss in Kehraus-Stimmung verfallen kann. Es ist nämlich noch keinesfalls klar, wer in die Zitterpartie gegen den Zweiten der SWHL B um die Liga-Qualifikation steigen muss. Die Liga-Verantwortlichen haben sich für die Ermittlung des Teilnehmers im Auf-/Abstiegs-Playoff die sogenannte Ranking-Round ausgedacht. Bei dieser spielen die nach der Regular Season an fünfter, sechster und siebter Stelle klassierten Teams noch je ein Hin- und Rückspiel gegeneinander. Das Punktepolster aus der bisherigen Saison wird allerdings nicht mitgenommen. Stattdessen startet der Letzte mit null, der Zweitletzte mit zwei und das beste der drei Teams mit vier Punkten. Mit diesem Modus, den man aus sportlicher Sicht durchaus hinterfragen könnte, bleibt die Anspannung somit für die betroffenen Teams bis zuletzt gewährleistet. Es geht darum, in vier Spielen mit aller Kraft die rote Laterne zu vermeiden.

 

Fokussierte Academy

 

So ist es nicht weiter erstaunlich, dass die Neuenburgerinnen im Grabengut konzentriert zur Sache gingen. Bei ihnen war nichts von Kehraus-Stimmung zu spüren. Von Anfang an liessen sie ein solides Defensivkonzept erkennen, aus dem heraus sie ihre Nadelstiche setzten. Sie trafen dabei auf ein zunächst ziemlich indisponiertes Thuner Team, das weitgehend zusammenhanglos agierte. So war es alles andere als überraschend, dass die Academy in der neunten Minute im Powerplay durch einen abgefälschten Blueliner der Verteidigerin Fortin in Führung ging.

 

Die ohne die Marty-Schwestern angetretenen Thunerinnen fanden nach diesem Rückschlag dann aber allmählich ins Spiel. Die BOMO-Chancen häuften sich nun merklich. Joray, Pélissou, Ryser und Duvin scheiterten jedoch allesamt an der starken Academy-Hüterin Paiva. Eineinhalb Minuten vor der Pause war diese jedoch gegen eine schön vorgetragene Kombination von Otamo und Duvin machtlos. Der Ausgleich der BOMO-Französin war zu diesem Zeitpunkt verdient.

 

BOMO am Ende verspielt

 

Im Mitteldrittel konnte das Top-Scorerinnen-Duo BOMO in Führung bringen. Dieses Mal war es Otamo, die Duvin's Zuspiel von hinter dem Tor verwertete. BOMO hatte jetzt die Oberhand in diesem Spiel. Allerdings blieben die Neuenburgerinnen trotz klarem Thuner Chancenplus stets gefährlich. Zum Beispiel in der 48. Minute, als Tomczok’s Schuss das Thuner Quergestänge traf. Erst sieben Minuten vor der Sirene konnte Marie-Pierre Pélissou im Powerplay auf das beruhigende 3:1 stellen. Danach schien es fast, als ob BOMO noch das «Tor des Monats» herausspielen wollte. Die Thunerinnen kombinierten gefällig im Kollektiv oder versuchten sich als tanzende Solistinnen. Aber etwas Zählbares brachten sie nicht mehr zustande – von den drei eingefahrenen Punkten einmal abgesehen.

 

Interview mit Alizée Aymon

 

Video-Highlights (by RED.sport)

 

Bilder zu diesem Spiel (folgen)

 

EV BOMO Thun – Neuchâtel Hockey Academy  3:1 (1:1; 1:0; 1:0). – Thund, Grabengut, 49 Zuschauer. – Schiedsrichter: Aisha O’Brien / Fabienne Stucki. – Tore: 9. Fortin (Menoud, Therrien, Ausschluss Duivn) 0:1, 19. Duvin (Otamo, Joray) 1:1, 27. Otamo (Duvin, Joray) 2:1, 53. Pélissou (Otamo, Rossel, Ausschluss Menoud) 3:1. – Strafen: 2x2 Minuten gegen EV BOMO Thun, 4x2 gegen Neuchâtel Hockey Academy. – Best Player: Nina Paiva (Neuchâtel Hockey Academy), Cindy Joray (EV BOMO Thun) – EV BOMO Thun: Dübi, (Lehmann); Pélissou, Rossel; Minder, Hänggi; Otamo, Duvin, Joray; Aymon, Rensch, Ryser; Schranz, Mason, Bittel.

Jung und schnell - BOMO's U18-Nationalspielerin Alizée Aymon (links). (Bild: Esther Minder)

 

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National Cup Women – BOMO steht im Turnier der letzten Vier

So 22.01.2023 – Neuenburg.

 

Der EV BOMO gewinnt die Cup-Viertelfinal-Partie in Neuenburg mit 4:1. Das Spiel gegen die Hockey Academy ist enger als es sich die favorisierten Thunerinnen vorgestellt haben. Am Ende setzen sie sich dennoch verdient durch und qualifizieren sich für das Cup-Turnier der letzten Vier in Luzern. Dort wartet im Halbfinal am Samstag, 4. Februar 2023, mit den ZSC Lions ein ganz schwerer Brocken.

Maija Otamo, Estelle Duvin und Cindy Joray beschäftigen die Neuenburger Abwehr. (Bild: Esther Minder)

 

Die Eigenheiten des Cup-Wettbewerbs

 

Der Cup kennt seine eigenen Gesetze. Was zählt, ist einzig der Sieg. Nur wer das K.O.-Spiel gewinnt, kommt eine Runde weiter. Wer aber verliert, ist ausgeschieden und muss sich bis zur nächsten Saison gedulden, bevor er den Makel wieder korrigieren kann. Daher galt am Sonntag-Abend im Viertelfinal-Spiel zwischen der Neuchâtel Hockey Academy und dem EV BOMO Thun für beide Teams die Losung «Verlieren verboten». Am Ende setzten sich die favorisierten Oberländerinnen durch. Sie hatten allerdings ein schweres Stück Arbeit zu leisten gegen einen äusserst hartnäckigen Gegner. Nachdem Cindy Joray mit ihrem Empty Netter zwei Sekunden vor Schluss noch zum 4:1 getroffen hatte, war die Thuner Erleichterung denn auch deutlich zu spüren.

 

Starker Thuner Beginn

 

Dabei war der Beginn aus Sicht des Tabellenzweiten durchaus vielversprechend. Das Team von Trainer Zwahlen kombinierte von Beginn weg gefällig und erarbeitete sich ein ums andere Mal gute Torchancen. In der vierten Spielminute setzte Maureen Bittel mit ihrem Schuss an den Neuenburger Torpfosten eine erste Thuner Duftnote. Und in Minute 10 gelang dann Estelle Duvin die längst fällige Führung. Doch statt weiterhin aus einer soliden Defensive heraus gut abgesicherte Angriffe zu lancieren, wurden die Oberländerinnen nun zu selbstsicher. Sie spielten phasenweise ein Powerplay in der gegnerischen Zone bei fünf gegen fünf Feldspielerinnen. Und prompt ging in der zwölften Minute einer dieser durchaus schön anzusehenden Spielzüge an der blauen Linie schief. Neuenburg’s neuverpflichtete Polin Tomczok fing einen BOMO-Pass ab und lancierte unverzüglich die schnelle Onyshchenko, welche alleine auf die Thuner Hüterin Lehmann zulaufen konnte und diese sicher bezwang.

 

Den Faden zwischenzeitlich verloren

 

Der überraschende Ausgleich beflügelte die Neuenburgerinnen sichtlich. BOMO hingegen büsste die anfängliche Dominanz und Präzision fast gänzlich ein. Man hatte zwar durchaus weiterhin Chancen, musste sich jetzt aber auch bei Alexandra Lehmann bedanken, die etliche Unzulänglichkeiten ihrer Vorderleute auszubügeln hatte. Die BOMO-Baisse nach dem Gegentreffer setzte sich bis zur Mitte des zweiten Drittels fort, ehe man sich seiner Qualitäten wieder besann. Plötzlich waren die Roten wieder da, machten mächtig Druck und wurden mit zwei Toren durch Julia Marty und Estelle Duvin belohnt.

 

Allerdings gab sich die Academy noch längst nicht geschlagen. Im letzten Spielabschnitt gab es durchaus noch Momente, in denen der Anschlusstreffer des Underdogs in der Luft lag. Trainer Gigon liess nichts unversucht und ersetzte bereits dreieinhalb Minuten vor Schluss seine Torhüterin Paiva mit einer sechsten Feldspielerin. BOMO zeigte sich jedoch in der Schlussphase abgebrüht und liess keine echte Neuenburger Chance mehr zu.

 

Halbfinal-Knüller in Luzern

 

Der EV BOMO hat sich mit diesem Sieg für das Turnier der letzten Vier im diesjährigen National Cup der Frauen qualifiziert. Am 4. und 5. Februar findet in Luzern das sogenannte Finalwochenende statt. Dort werden bei den Männern der Final (Arosa gegen Martigny) und bei den Frauen die Halbfinals, der Final sowie das Spiel um die Bronzemedaille ausgetragen. Für die Halbfinals haben sich neben dem EV BOMO die beiden Liga-Neulinge SC Langenthal und HC Ambri-Piotta qualifiziert sowie – dank einem 2:0 gestern Abend gegen den HC Thurgau Ladies – die ZSC Lions. Und das vor der Saison ausgeloste Cup-Tableau bringt es mit sich, dass der EV BOMO im Halbfinal auf die hoch dekorierten Lions trifft, die ihren insgesamt zehnten Titelgewinn anstreben (bei bisher 15 Cup-Wettbewerben).

 

Bilder zu diesem Spiel

 

Neuchâtel Hockey Academy – EV BOMO Thun 1:4 (1:1; 0:2; 0:1). – Neuchâtel, Patinoires du Littoral (ancien), 53 Zuschauer. – Schiedsrichter: Johan Kohler / Alan Singele. – Tore: 10. Duvin (Otamo, Marty J.) 0:1, 12. Onyshchenko (Tomczok) 1:1, 31. Marty J. (Ryser) 1:2, 35. Duvin (Otamo, Aymon) 1:3, 60. (59:58) Joray (Minder, ins leere Tor) 1:4. – Strafen: 4x2 Minuten gegen Neuchâtel Hockey Academy, 6x2 gegen EV BOMO Thun. – EV BOMO Thun: Lehmann, (Dübi); Pélissou, Rossel; Marty J., Minder; Hänggi, Aymon; Joray, Duvin, Otamo; Mason, Marty S., Ryser; Schranz, Rensch, Bittel.

 

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Ungefährdeter 11:3 Sieg beim Schlusslicht Ambri-Piotta

Sa 21.01.2023 – Ambri.

 

Der EV BOMO lässt in der Leventina nichts anbrennen und besiegt den HC Ambri-Piotta hoch mit 11:3. Das Schlusslicht der Liga ist kein echter Gradmesser für die Thunerinnen. Bereits morgen Abend wartet im Cup der nächste Ernstkampf gegen die Neuchâtel Hockey Academy. Im K.O.-Spiel am Neuenburgersee geht es um den Einzug ins Turnier der letzten Vier. Die Academy kann die Playoffs nicht mehr erreichen. Sie dürfte alles daran setzen, ihre Saison mit einem Cup-Erfolg zu retten.

Bringt Erfahrung auf's Eis und sorgt für das vorentscheidende 1:4 - BOMO's Andrea Schranz. (Bild: Esther Minder)

 

Ambri ohne Chance in der Meisterschaft – im Cup unter den letzten Vier

 

Die Girls aus Ambri-Piotta essen in der Women’s League hartes Brot. Nach 18 Spielen stehen sie mit nur gerade einem Sieg zu Buche (gegen Mitaufsteiger Langenthal). Dass die Leventinerinnen ihre Bilanz ausgerechnet in zwei Spielen innert drei Tagen gegen das Spitzenduo der Liga aufbessern würden, war nicht zu erwarten. Die bittere Realität brachte für die Tessinerinnen denn auch zwei hohe Niederlagen – 1:11 am Mittwoch-Abend in Zürich und heute in Ambri ein 3:11 gegen den EV BOMO Thun.

 

Obwohl man im Kampf um die Playoff-Plätze von Anfang an nicht mitreden konnte, ist der Gewinn einer nationalen Medaille für Ambri dennoch möglich. Die Girls haben sich nämlich im Cup mit einem Sieg gegen die Brandis Ladies aus der SWHL B für den Halbfinal qualifiziert. Dort werden sie auf den SC Langenthal treffen. Schon heute steht also fest, dass einer der beiden Aufsteiger im Cupfinal stehen wird. Und der Verlierer kann immer noch um die Bronzemedaille spielen.

 

Spielen und spielen lassen

 

Auf dem Papier waren die Kräfteverhältnisse in der Gottardo Arena klar. Auf der einen Seite die Einheimischen, die mit beschränkten spielerischen Mitteln aufwarteten. Auf der anderen Seite der Tabellenzweite aus dem Berner Oberland, bei dem Alizée Aymon, Alena Rossel und Stefanie Marty nach der U18 WM wieder im Line Up standen. Allerdings präsentierte sich die BOMO-Defensive aufgrund der beruflich bedingten Abwesenheiten von Simone Minder und Captain Tanja Hänggi etwas ausgedünnt. Und im Angriff fehlte die Power von Estelle Duvin, die aufgrund ihrer Matchstrafe vom vergangenen Sonntag gegen die Lions eine Spielsperre absitzen musste.

 

Die Thunerinnen erzielten aus ihren zahllosen Chancen schliesslich elf Tore. Ophélie Ryser traf dabei drei Mal, während sich Topscorerin Maija Otamo insgesamt fünf Scorerpunkte gutschreiben liess (2 Tore, 3 Assists). Allein im Mitteldrittel waren sieben Thuner Treffer zu verzeichnen. Allerdings führte BOMO's offensive Ausrichtung getreu dem Motto "spielen und spielen lassen" auch dazu, dass die Girls aus der Leventina etwas gar leicht zu ihren drei Toren kamen.

 

Mit ihrem Sieg beim Tabellenletzten haben die Thunerinnen die budgetierten drei Punkte eingefahren, allerdings ohne zu brillieren. Schon am Sonntag-Abend steht in Neuenburg ein echter Härtetest an. Im Cup-Viertelfinal wartet mit der Neuchâtel Hockey Academy ein Gegner, der nichts zu verlieren hat. Es dürfte ein ganz anderes Spiel werden als in Ambri. BOMO tut jedenfalls gut daran, sich auf heftige Gegenwehr einzustellen.

 

 

 

HC Ambri-Piotta Girls – EV BOMO Thun 3:11 (1:3; 1:7; 1:1). – Ambri, Gottardo Arena, 20 Zuschauer. – Schiedsrichter: Matteo Bianchi / Aris Biaggi. – Tore: 5. (04:06) Mason (Pélissou, Rensch) 0:1, 5. (04:52) Rensch (Joray, Ausschluss Spiecker) 0:2, 15. Niccolai (Mashkina) 1:2, 18. Ryser (Rensch) 1:3, 22. (21:17) Schranz (Otamo, Ausschluss Pozzi) 1:4, 22. (21:55) Tsymyrenko (Andenmatten, Spiecker) 2:4, 25. Rensch (Otamo) 2:5, 28. Mason (Marty J.) 2:6, 32. Ryser (Rossel, Otamo) 2:7, 35. Marty S. (Joray, Rossel) 2:8, 37. Ryser (Mason) 2:9, 40. Otamo (Rossel, Ausschluss Mashkina) 2:10, 41. Niccolai 3:10, 49. Otamo (Ryser) 3:11. – Strafen: 3x2 Minuten gegen HC Ambri-Piotta Girls, 2x2 gegen EV BOMO Thun. – EV BOMO Thun: Dübi, (Lehmann); Pélissou, Rossel; Aymon, Marty J.; Otamo, Marty S., Joray; Mason, Rensch, Ryser; Schranz, Bittel.

 

 

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Willensleistung im Grabengut - BOMO ringt die ZSC Lions nieder

Sa 14.01.2023 – Thun.

 

Also doch – der EV BOMO kann den Liga-Dominator ZSC Lions schlagen. So geschehen am Samstag-Nachmittag im Thuner Grabengut. In einem packenden Spiel zeigen die Berner Oberländerinnen Moral und lassen sich auch von heftigen Rückschlägen nicht beirren. Mit einer starken Willensleistung dreht Thomas Zwahlen’s Equipe das Spiel zweimal und gewinnt am Ende verdient mit 4:3. Die Favoritinnen aus Zürich müssen zum ersten Mal in dieser Saison alle Punkte dem Gegner überlassen.

Maija Otamo überwindet ZSC-Goalie Sandra Heim zur Thuner 2:1 Führung. (Bild: Esther Minder)

 

BOMO nach 23 Sekunden kalt geduscht

 

Man durfte gespannt sein, ob die Thunerinnen nach zuletzt mässigen Leistungen ausgerechnet gegen den souveränen Leader ihren Rhythmus wieder finden würden. Nicht vieles sprach dafür. Zumal Thomas Zwahlen ein weiteres Mal auf das an der U18 WM in Schweden engagierte Quartett Alizée Aymon, Tanja Kunz, Alena Rossel und Stefanie Marty (im Coaching Staff) verzichten musste. Auch den Zürcherinnen fehlten aus dem gleichen Grund drei Stammspielerinnen (Eggli, Herzig und Peter). Im Kader des Leaders standen aber dennoch zehn A-Nationalspielerinnen. 


Und der Tabellenführer erzeugte gleich nach dem ersten Puck-Einwurf gehörig Druck in der Zone der Einheimischen. Schliesslich erkämpfte sich BOMO’s Julia Marty die Scheibe und wollte den klugen öffnenden Pass nach vorne spielen. Aber ZSC-Captain Sinja Leeman durchschaute diese Absicht, fing die Scheibe ab und passte Marti wunderbar in den Lauf. Die am Schluss des Spiels als Best Player ihres Teams ausgezeichnete Löwin liess Alexandra Lehmann im Thuner Tor nicht den Hauch einer Abwehrchance. 23 Sekunden waren gespielt und der BOMO-Fehlstart war perfekt.

 

Bemerkenswerte Thuner Reaktion

 

Manch ein BOMO-Fan rechnete nach dieser kalten Dusche wohl schon mit dem Schlimmsten. Erinnerungen an den nicht mehr korrigierten Fehlstart in Lugano vor Wochenfrist wurden wach. Oder an die heftige 1:7 Niederlage, die es beim letzten Besuch der Löwinnen im Grabengut absetzte. Doch nichts dergleichen geschah. Stattdessen zeigten die Thunerinnen eine bemerkenswerte Reaktion. Sie drehten an der Tempo-Schraube und brachten die ZSC-Abwehr mit ihren schnellen Vorstössen ein ums andere Mal in Verlegenheit. Im Zürcher Tor stand allerdings eine erneut sehr stark aufspielende Sandra Heim. Die in die Grossstadt abgewanderte Wilderswilerin hielt auch das, was normalerweise unhaltbar scheint.

 

In der 16. Minute war sie dann aber gegen einen von Cassandra Rensch abgelenkten Flachschuss von Julia Marty machtlos. Der umjubelte Ausgleich der Thunerinnen war zu diesem Zeitpunkt mehr als verdient. Und sie machten gleich weiter Druck, wurden aber zunächst durch eine Strafe in ihren Bemühungen gebremst. Immerhin überstanden sie die Unterzahl-Situation unbeschadet und hatten dann vor dem Pausentee noch zwei kapitale Chancen durch Otamo und Joray, die aber beide von Heim zunichte gemacht wurden.

 

Fatale Duvin-Strafe

 

Im Mitteldrittel glich sich das Geschehen wieder aus. Die Löwinnen tauchten nun auch wieder vermehrt vor BOMO-Hüterin Lehmann auf. Doch diese spielte an diesem Nachmittag wie gewohnt sicher und fehlerfrei. In der 33. Minute trugen die Thunerinnen einen weiteren flüssigen Angriff vor. Duvin sah vor dem Tor die besser postierte Otamo und die BOMO-Finnin versorgte den Puck im ZSC-Kasten zur 2:1 Führung. Spätestens jetzt war der Fehlstart vergessen. Die Oberländerinnen witterten nun sogar Morgenluft.

 

Unmittelbar vor der zweiten Pausensirene fuhr Estelle Duvin dann allerdings übermotiviert in einen Zweikampf hinter dem eigenen Tor. Ihr hartes Einsteigen wurde von den Refs mit einem überharten Verdikt belegt. Das Duo Schädler/O’Brien brummte der Französin nämlich eine Matchstrafe für einen Check in den Rücken auf.

 

Und die Löwinnen nutzten die Überzahl-Gelegenheit zu Beginn des letzten Drittels gnadenlos aus mit zwei schön herausgespielten Treffern durch Fontaine und Marti. Der Leader hatte das Spiel wieder gedreht. Für BOMO war dies ein herber Rückschlag. Plötzlich musste man wieder einem Rückstand nachlaufen und dies mit Beinen, die aufgrund des Spielens mit nur zwei Linien schwer zu werden drohten. Zudem stand zu diesem Zeitpunkt mit Estelle Duvin die beste Offensivkraft bereits unter der Dusche.

 

Das Spiel ein zweites Mal gedreht

 

Aber Aufgeben war für BOMO an diesem Samstag-Nachmittag keine Option. Obwohl sich die Zürcherinnen im Schlussabschnitt eine optische Überlegenheit erarbeiteten, blieben die BOMO-Gegenangriffe gefährlich. Nur drei Minuten nach der Zürcher Führung schaffte Majia Otamo den Ausgleich. Angela Mason fing an der gegnerischen blauen Linie eine Scheibe ab und passte auf die freistehende Liga-Topscorerin gegen deren abgebrühte Körpertäuschung Sandra Heim machtlos war.

 

Und es kam noch besser. Cindy Joray gelang nämlich vier Minuten vor Schluss der kaum noch für möglich gehaltene Game Winner, indem sie der Scheibe eine Chance gab und einfach mal Richtung ZSC-Kasten abdrückte. Weil Cassandra Rensch der Torhüterin die Sicht nahm, fand das Geschoss den Weg ins Lions-Tor. Der BOMO-Sieg gegen die Löwinnen bedeutete gleichzeitig deren erste Saison-Niederlage in der regulären Spielzeit. «Wir haben diesen Sieg verdient. Jede von uns hat hart gekämpft und am Ende wurden wir belohnt», meinte die auf Thuner Seite zum Best Player gekürte Majia Otamo nach dem Spiel.

 

Interview mit Majia Otamo

 

Bilder zu diesem Spiel

BOMO's Angela Mason und Maija Otamo bejubeln ihren Ausgleichstreffer zum 3:3. (Bild: Esther Minder)

 

EV BOMO Thun – ZSC Lions  4:3 (1:1; 1:0; 2:2). – Thun, Grabengut, 71 Zuschauer. – Schiedsrichter: Daniel Schädler / Aisha O’Brien. – Tore: 1. (00:23) Marti (Lendi, Fontaine) 1:0, 16. Rensch (Marty J.) 1:1, 33. Otamo (Duvin) 2:1, 43. Fontaine (Leemann, Harju N., Ausschluss Duvin) 2:2, 45. Marti (Leemann, Ausschluss Duvin) 2:3, 48. Otamo (Mason) 3:3, 56. Joray (Rensch) 4:3. – Strafen: 2x2 Minuten und 1x Matchstrafe (Duvin, Check von hinten) gegen EV BOMO Thun, 5x2 Minuten gegen ZSC Lions. – Best Player: Alina Marti (ZSC Lions), Majia Otamo (EV BOMO Thun) – EV BOMO Thun: Lehmann, Dübi; Marty J., Pélissou; Hänggi, Minder; Otamo, Duvin, Joray; Mason, Rensch, Ryser; Schranz, Bittel.

 

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3:2 Overtime-Sieg gegen die Thurgau Ladies

So 08.01.2023 – Thun.

 

Beim EV BOMO ist nach der frühen Playoff-Qualifikation Sand ins Getriebe gekommen. Nach dem Taucher am Samstag in Lugano sieht es auch am Sonntag im Grabengut gegen den HC Thurgau Ladies lange nach einer Niederlage aus. Am Schluss zeigen die Thunerinnen aber Moral und gewinnen in der Overtime verdient mit 3:2.

Mit einem Rush den späten Ausgleich eingeleitet - BOMO-Verteidigerin Simone Minder. (Bild: Esther Minder)

 

Kompakte Ostschweizerinnen

 

Nach dem Anspiel war im Thuner Grabengut rasch erkennbar, dass BOMO nach der Niederlage am Vortag im Tessin um Wiedergutmachung bemüht war. Bereits nach 28 Sekunden vergab Joray eine erste Grosschance. Die Jurassierin in den Thuner Farben konnte aber den Rebound nach einem Otamo-Schuss nicht im Thurgau-Tor unterbringen. In der Folge erarbeiteten sich die Berner Oberländerinnen ein klares Chancenplus, was sich am Schussverhältnis von 8 zu 1 im ersten Drittel ablesen lässt. Aber trotz der Bemühungen wollte kein Treffer gelingen.

 

Derweil präsentierten sich die Thurgauerinnen in der Defensive äusserst solide. Ihr Trainer Emanuel Karrer hatte sie offensichtlich optimal auf den absehbaren Thuner Angriffswirbel eingestellt. Obwohl oft ins eigene Drittel zurückgedrängt, spielten sie kompakt und blieben ihrem System treu. Ausserdem waren sie bereit zu leiden. Die Zahl der in dieser Partie von Thurgau-Spielerinnen geblockten Schüsse war jedenfalls bemerkenswert.

 

Zunehmende Thuner Frustration

 

Mit ihrer konsequenten Spielweise kauften die Ladies aus der Ostschweiz den Thunerinnen nach und nach den Schneid ab. Im zweiten Drittel schlichen sich Ungeduld, Fehler und Frustration ins BOMO-Spiel ein. Als Folge davon wurde prompt der Gegner aufgebaut. Die Thurgauerinnen kamen nun ihrerseits zu Chancen, nicht zuletzt weil die Einheimischen nun von den kleinlich pfeifenden Refs Stucki und O’Brien Strafen kassierten. Nicht weniger als vier davon waren es im Mitteldrittel. Und so kam es, wie es kommen musste. Die Thurgauerinnen gingen kurz vor dem zweiten Pausentee durch Stefanie Wetli in doppelter Überzahl in Führung.

 

Man durfte gespannt sein, wie der EV BOMO im letzten Spielabschnitt auf die ungemütliche Lage reagieren würde. Nun, eine zählbare Reaktion kam und zwar im dritten Thuner Überzahlspiel an diesem Nachmittag. Nachdem das Powerplay im Angriffsdrittel installiert war, spielte Duvin in den Slot, wo Otamo den Ausgleich realisierte. Der Treffer der BOMO-Finnin und Liga-Topscorerin in der 47. Spielminute beendete eine Thuner Torflaute von insgesamt 117 Minuten.

 

Würde sich der Knoten jetzt lösen? - Weit gefehlt! BOMO’s Absicht, sofort nachzusetzen mündete in eine zu offensive Ausrichtung, was von den Ostschweizerinnen umgehend bestraft wurde. Die trotz ihrer 37 Lenze nach wie vor wieselflinke Simona Grascher (ehemals Studentova) überspielte in der Mittelzone die aufgerückte BOMO-Defensive und erzielte im Doppelpass mit ihrer Sturmpartnerin Tereza Lahova die erneute Führung für Thurgau – lediglich 53 Sekunden nach dem Thuner Ausgleich.

 

Den Kopf aus der Schlinge gezogen

 

Nach diesem Genickschlag musste man für BOMO eine Niederlage befürchten. Es wäre die zweite innerhalb von 24 Stunden gewesen. Das Bemühen, den Ausgleich zu erzielen, war zwar offenkundig, aber die Präzision und die Kreativität fehlte, obwohl man sogar vier Minuten in Überzahl spielen konnte. Das Thurgauer Bollwerk rund um die zur besten Spielerin ihres Teams gekürte Torfrau Jessica Streicher wehrte sämtliche Thuner Angriffe ab. Zweieinhalb Minuten vor der Sirene, als bei BOMO die Luft schon auszugehen drohte, schaltete sich schliesslich die normalerweise defensiv ausgerichtete Verteidigerin Simone Minder energisch in die Angriffsbemühungen ein. Mit einem Rush aus der eigenen Zone überwand sie trotz Gegenwehr die offensive blaue Linie und legte ab auf Cindy Joray. Deren Geschoss musste Streicher abprallen lassen. Ophélie Ryser war zur Stelle und konnte den Rebound zum höchst verdienten, aber nicht mehr unbedingt erwarteten Ausgleich verwerten.

 

Die arg unter Druck gesetzten Thurgauerinnen konnten sich danach in die Overtime retten. Ihre Freude über den bereits gewonnen Punkt war spürbar. Dennoch blieb BOMO auch im Drei gegen Drei am Drücker und konnte ab der 63. Minute mit einer Spielerin mehr agieren, weil Tamara Grascher für ein Beinstellen in die Kühlbox geschickt wurde. In diesem Vier gegen Drei Powerplay erlöste Marie-Pierre Pélissou nach 62 Minuten und 18 Sekunden schliesslich die Thunerinnen mit ihrem Treffer aus spitzem Winkel zum Sudden Death und 3:2 Schlussresultat.

 

Interview mit Simone Minder

 

Bilder zu diesem Spiel

 

EV BOMO Thun – HC Thurgau Ladies  3:2 n.V. (0:0; 0:1; 2:1; 1:0). – Thun, Grabengut, 54 Zuschauer. – Schiedsrichter: Aisha O’Brien / Fabienne Stucki. – Tore: 40. Wetli (Michielin, Ausschlüsse Marty J. und Joray) 1:0, 47. (46:54) Otamo (Marty J., Duvin, Ausschluss Sigrist) 1:1, 48. (47:47) Grascher S. (Lahova) 1:2, 58. Ryser (Minder, Joray) 2:2, 63. (62:18) Pélissou (Otamo, Duvin, Ausschluss Grascher T.) 3:2. – Strafen: 5x2 Minuten gegen EV BOMO Thun, 6x2 gegen HC Thurgau Ladies. – Best Player: Jessica Streicher (HC Thurgau Ladies), Simone Minder (EV BOMO Thun) – EV BOMO Thun: Dübi, Lehmann; Pélissou, Marty J.; Minder, Hänggi; Otamo, Duvin, Joray; Mason, Rensch, Ryser; Schranz, Bittel.

 

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BOMO's Pélissou trifft in der Overtime zum 3:2 gegen den HC Thurgau Ladies. (Bild: Esther Minder)

BOMO findet in Lugano kein Mittel und verliert

Sa 07.01.2023 – Lugano.

 

Der EV BOMO erleidet in Lugano eine 2:0 Niederlage. Die dezimierten Thunerinnen haben zu wenig Energie im Tank um zwei unglückliche Gegentore aus dem ersten Drittel wettzumachen. Der HC Ladies Lugano zeigt seinerseits gegen die favorisierten Oberländerinnen eine beherzte Leistung und deutet an, dass mit ihm in dieser Saison noch zu rechnen ist.

Auch die Beschwörungen von Coach Zwahlen führen in der Resega nicht zum Erfolg. (Bild: Esther Minder)

 

Unglücklicher Start

 

Für den EV BOMO hätte das Spiel nicht unvorteilhafter beginnen können. Lugano gewann das Anspiel und die Scheibe fand den Weg zu Nicole Bullo. Die Nationalverteidigerin spielte von der Mittellinie scharf nach vorne. Dieser harmlose Schuss wäre normalerweise eine leichte Beute für Jade Dübi gewesen. Aber nichts war normal damit. Das schwarze Spielgerät sprang einen Meter vor dem BOMO-Goalie, unversehens und ohne dass es von jemandem berührt worden wäre, auf und veränderte seine Richtung entscheidend. Dieses kuriose 1:0 für Lugano war eines der schnellsten Gegentore in der Vereinsgeschichte der Thunerinnen – und eines der unglücklichsten dazu.

 

In der Folge war klar zu erkennen, dass die Ladies aus dem Sottoceneri den unverhofften Rückenwind resolut auszunutzen versuchten. Als Maureen Bittel für zwei Minuten in die Kühlbox geschickt wurde, musste man für die Thunerinnen weiteres Ungemach befürchten. Aber weil sich Jade Dübi durch den Fehlstart nicht aus dem Konzept bringen liess und hervorragend abwehrte, überstand BOMO die Unterzahl-Situation ohne Gegentreffer.

 

BOMO kam zur Mitte des Startdrittels zu mehr Präsenz in der Angriffszone. Allerdings liess die Chancenauswertung zu wünschen übrig. So beispielsweise in der 15. Minute als Marie-Pierre Pélissou plötzlich viel freies Eis vor sich hatte und resolut vorstiess, aber an der hervorragend disponierten Lugano-Torfrau Sofia Decristophoris scheiterte. Und wenn man schon kein Glück hat, kommt manchmal auch noch Pech dazu. So geschehen in der 20. Minute, als Bullo – erneut sie – von der blauen Linie hoch ins Gewühl vor dem BOMO-Tor schoss. Die noch leicht abgefälschte Scheibe fand tatsächlich den Weg ins Gehäuse. Damit hatten die Tessinerinnen nach 20 Minuten für sich das Optimum herausgeholt.

 

Schnörkellose Lugano Ladies

 

Nach dem Pausentee wurde die Thuner Offensive aufgrund von zwei aufeinanderfolgenden Unterzahl-Situationen jäh abgebremst. Immerhin konnten aber weitere Gegentore verhindert werden. Wieder im Vollbesitz der Kräfte erarbeitete sich BOMO jetzt optische Vorteile. Aber weiterhin konnte man beste Gelegenheiten nicht nutzen. Es war ausserdem nicht zu übersehen, dass das Team von Coach Thomas Zwahlen dem absenzen-bedingten Spiel mit zwei Linien Tribut zu zollen begann. Mit Alizée Aymon, Tanja Kunz und Alena Rossel sind drei Stammspielerinnen bei der U18 WM in Schweden im Einsatz (erstes Spiel morgen Sonntag um 12:00 gegen Tschechien). Ebenfalls in Östersund weilt zudem Stefanie Marty. Die 34-Jährige kommt dort allerdings nicht als Spielerin zum Einsatz, sondern als Off-Ice Coach.

 

Trotz anhaltendem Anrennen in Drittel 2 und 3 blieben letztlich sämtliche Thuner Bemühungen erfolglos. Der Tabellen-Zweite scheiterte heute am Pech und an den schweren Beinen, aber auch ein wenig an sich selbst. Das BOMO-Spiel bot wenig Überraschungsmomente und war teilweise fehleranfällig. Trotz eingeschränktem Kader haben die Oberländerinnen ihr Potential in der Resega nicht ausgeschöpft. Ganz im Gegensatz zu den Lugano Ladies, die schnörkellos und resultatorientiert spielten und sich zudem auf einen sehr sicheren Goalie verlassen konnten. Mit ihrem erfolgreichen Auftritt haben die Tessinerinnen im Kampf um die Playoff-Plätze jedenfalls weiteren Boden gutgemacht. 

 

Bilder zu diesem Spiel

 

HC Ladies Lugano – EV BOMO Thun  2:0 (2:0; 0:0; 0:0). – Lugano, Cornèr Arena, 114 Zuschauer. – Schiedsrichter: Matteo Bianchi / Mattia Delgrosso. – Tore: 1. (00:09) Bullo (Cook) 1:0, 20. (19:29) Bullo 2:0 – Strafen: 3x2 Minuten gegen HC Ladies Lugano, 6x2 gegen EV BOMO Thun. – Best Player: Angela Mason (EV BOMO Thun), Sofia Decristophoris (HC Ladies Lugano) – EV BOMO Thun: Dübi, Lehmann; Pélissou, Marty J.; Minder, Hänggi; Otamo, Duvin, Joray; Mason, Rensch, Ryser; Schranz, Bittel. 

 

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BOMO gewinnt die stimmungsvolle Winter Classic in Gstaad

Mo 02.01.2023 – Gstaad.

 

Das Schweizer Fraueneishockey zeigt sich an der Winter Classic in Gstaad von seiner besten Seite. Unter freiem Himmel wird das Berner Derby zwischen BOMO und Langenthal zum stimmungsvollen Anlass vor ansehnlicher Zuschauer-Kulisse. Das Resultat ist schon fast Nebensache. Immerhin: Dank seinem 5:0 Sieg steht der EV BOMO als Teilnehmer der diesjährigen Playoffs fest. Die Qualifikation für die Endausmarchung in der Women’s League gelingt den Thunerinnen so früh wie noch nie.

Winter Classic ist, wenn beide Teams nach dem Fight für das gemeinsame Foto posieren. (Bild: Esther Minder)

 

Dankesworte und Einordnungen

 

Vor dem ersten Puck-Einwurf ergriff BOMO-Präsident Peter Brand das Wort. Sein Dank ging an die Partner, die hinter der Idee der Winter Classic stehen und deren dritte Durchführung möglich gemacht haben. Allen voran das Organisationskomitee unter Koebi Kölliker sowie die Sponsoren, der Verband Swiss Icehockey und die Gemeinde Saanen (zu der auch Gstaad gehört). Der BOMO-General verwies in seiner kurzen Ansprache auf die aktuell positive Entwicklung im Schweizer Frauen-Eishockey hin. Dank einem neuen Hauptsponsor (PostFinance) und einem neuen Medienpartner (Ringier) sowie dank der aus dem gendermässigen Tiefschlaf erwachten National League Clubs soll die Sache der Frau auf Schweizer Eis zusätzlichen Schub und mehr mediale Aufmerksamkeit erhalten. Letztlich – so Brand – geht es darum, dass die Schweiz im internationalen Frauen-Eishockey konkurrenzfähig bleibt und sich unter den Top-Nationen etabliert. Um die Anstrengungen auf allen Stufen zu intensivieren, braucht es nicht zuletzt mehr finanzielle Mittel.

 

Anfangsnervosität

 

Nachdem Toni von Grünigen, der Gemeinde-Präsident von Saanen, seine Freude und seinen Stolz über die Durchführung der Winter Classic im Nobel-Kurort ausgedrückt hatte, konnte es auch sportlich losgehen. In den ersten Spielminuten konnten beide Teams allerdings eine gewisse Nervosität nicht verbergen. Die Spielzüge waren hüben wie drüben von Vorsicht geprägt. In der ungewohnten Umgebung und vor den zahlreichen Zuschauenden ja keinen Fehler machen, schien die Devise zu sein. Gleichwohl klingelte es dann doch bereits in der fünften Spielminute hinter Langenthal-Goalie Nina Thomet. Diese konnte ein Geschoss von Ophélie Ryser nur ungenügend abwehren. Ob die Scheibe direkt ins Tor flog, oder ob sie noch von Angela Mason abgelenkt wurde, ist letztlich unerheblich. Mit der Führung im Rücken entkrampfte sich das Spiel der Thunerinnen zusehends. Und dies trug in Minute 13 weitere Früchte. Duvin wurde in der Mittelzone von Otamo angespielt und die Französin stellte bei ihrem sehenswerten 2:0 ihre ganze Schnelligkeit und Klasse unter Beweis.

 

SCL in der Offensive zu wenig zwingend

 

Die Oberaargauerinnen spielten mit und liessen sich dieses Mal von BOMO nicht dominieren wie noch in den ersten beiden Aufeinandertreffen der laufenden Saison. Dennoch schien beim SCL der Respekt vor dem Tabellen-Zweiten teilweise etwas gar ausgeprägt zu sein. Es war offenkundig, dass man nicht erneut ins Messer laufen wollte. Doch unter der defensiven Ausrichtung schienen auch die Kreativität und die Torgefährlichkeit zu leiden. So konnten die SCL-Stürmerinnen nur selten für echte Gefahr vor dem BOMO-Gehäuse sorgen. Dieses wurde von den beiden für je eine halbe Spielzeit eingesetzten BOMO-Goalies Dübi und Lehmann souverän bewacht. Die beiden konnten sich sogar über einen gemeinsamen Shutout freuen. Dem SCL hingegen dürfte zu denken geben, dass gegen BOMO auch im dritten Anlauf kein Tor gelingen wollte. Am nächsten kamen diesem Ziel noch die nach einem Austausch-Semester aus den USA zurückgekehrte Tess Allemann – nach dem Spiel als Best Player geehrt – sowie die Slowakin Viktoria Maskalova – beides Spielerinnen mit BOMO-Vergangenheit.

 

BOMO ist grün

 

Die Thunerinnen ihrerseits verwerteten noch drei weitere ihrer zahlreichen Chancen. Zwei Treffer gelangen dabei Cassandra Rensch, die als Center der dritten Linie eine auffällige Darbietung ablieferte und am Schluss des Spiels zu Recht als Best Player der Zwahlen-Truppe ausgezeichnet wurde. Besonders schön herausgespielt war der fünfte und letzte Treffer an diesem stimmungsvollen Abend, bei dem Andrea Schranz nach einem schnellen Vorstoss die Scheibe ihrer Sturmpartnerin Rensch pfannenfertig servierte.

 

Mit dem Sieg im Berner Derby hat der EV BOMO nicht nur erstmals die Winter Classic für sich entschieden, sondern gleichzeitig auch die Playoff-Qualifikation geschafft. «Ich habe mich in der letzten Zeit kaum mit der Tabelle beschäftigt und daher nicht realisiert, dass wir heute die Playoffs erreichen können», sagte Captain Tanja Hänggi nach dem Spiel. «Schon ohne diesen Aspekt war das Spiel in Gstaad für uns etwas ganz Besonderes. Jetzt freue ich mich noch mehr, dass wir die Winter Classic endlich gewinnen konnten.»

 

 

Interview mit BOMO-Captain Tanja Hänggi

 

Das Video zu diesem Spiel

 

Bilder zu diesem Spiel

 

 

EV BOMO Thun – SC Langenthal  5:0 (2:0; 2:0; 1:0). – Gstaad, Eisbahn, 344 Zuschauer. – Schiedsrichter: Draha Fialova / Michaela Matejova. – Tore: 5. Ryser (Mason) 1:0, 13. Duvin (Oamo) 2:0, 31. Rensch (Bittel) 3:0, 39. Otamo (Duvin, Joray) 4:0, 51. Rensch (Schranz) 5:0. – Strafen: 7x2 Minuten gegen EV BOMO Thun, 3x2 gegen SC Langenthal. – Best Player: Tess Allemann (SC Langenthal), Cassandra Rensch (EV BOMO Thun) – EV BOMO Thun: Dübi, Lehmann; Pélissou, Marty J.; Minder, Hänggi; Otamo, Duvin, Joray; Ryser, Marty S., Mason; Bittel, Rensch, Schranz.

 

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EV BOMO und SC Langenthal spielen die Winter Classic in Gstaad

Fr 30.12.2022 – Gstaad.

 

Am kommenden Montag, 2. Januar 2023, um 17:00h wird auf der Eisbahn in Gstaad die Scheibe zur dritten Women’s Hockey Winter Classic eingeworfen. Die Vorfreude bei den Fans ist gross. Unter anderem stellt sich die Frage, ob BOMO die Classic im dritten Anlauf erstmals für sich entscheiden kann. Ein anderer offener Punkt scheint indessen geklärt. Aufgrund der milden Temperaturen ist das Ausharren auf der Zuschauertribüne unter freiem Himmel dieses Mal keine grosse Herausforderung.

Gleich zwei Winter Classics am Berchtoldstag

 

Was hat das Bostoner Baseball-Stadion Fenway Park – die Heimstätte der legendären Boston Red Sox – mit der offenen Eisbahn im Berner Oberländer Nobel-Kurort Gstaad gemeinsam? Richtig – beide Sportstätten sind Schauplatz von Eishockey Winter Classics, das heisst Spiele unter freiem Himmel. Und beide Events finden am Berchtoldstag statt, d.h. am kommenden 2. Januar 2023. Im Fenway Park empfangen die Boston Bruins die Pittsburgh Penguins in der National Hockey League (NHL). Anspiel ist um 20:00h Schweizer Zeit. Bereits drei Stunden zuvor um 17:00h – diesseits des Atlantiks und fast 6'000 km von Boston entfernt – spielen der EV BOMO Thun und der SC Langenthal in der Swiss Women’s League ihr erstes Bully unter dem Saanenländer Abendhimmel.


Von besonderem Interesse für die Zuschauer der Winter Classics ist die jeweils herrschende Aussentemperatur. Diese entscheidet über die Anzahl Schichten, die zu tragen sind, um der Kälte zu trotzen. In dieser Hinsicht kann sowohl für Boston als auch für Gstaad Entwarnung gegeben werden. Der Ostküsten-Metropole werden für Montag-Abend 35 Grad Fahrenheit prognostiziert (d.h. ca. 2 Grad Celsius). Im Saanenland dürften es rund 4 Grad Celsius werden. Kein Grund also, dem Event aus Furcht vor der Kälte fernzubleiben.

 

Beide Teams mit offenen Rechnungen

 

Die Affiche in Gstaad präsentiert sich derweil völlig offen. Beide Teams streben nach Wiedergutmachung gegenüber ihren Fans. Die Oberaargauerinnen wollen im Kampf um die Playoff-Plätze drei Punkte holen und zeigen, dass die beiden klaren Niederlagen gegen BOMO in Thun und Huttwil (7:0 und 0:6) nicht ihrem wirklichen Können entsprechen. Die Thunerinnen ihrerseits wollen sich im dritten Anlauf endlich als Sieger der Winter Classic feiern lassen. In den beiden bisherigen Austragungen der von Koebi Kölliker - seines Zeichens Eishockey-Legende, Ex-BOMO-Coach sowie aktives Vorstandsmitglied - initiierten Classic hat BOMO gegen den HC Ladies Lugano (2:4) und die Thurgau Indien Ladies (4:5) jeweils knapp den Kürzeren gezogen. Am kommenden Berchtoldstag muss BOMO nun auf die Jungspunde Rossel, Aymon und Kunz verzichten, die für die U18 WM in Schweden aufgeboten sind. Für Spannung in Gstaad ist so oder so gesorgt.

 

Ein wesentlicher Unterschied zwischen der Winter Classic auf der Dorf-Eisbahn in Gstaad und jener im Fenway Park zu Boston soll an dieser Stelle gleichwohl noch erwähnt werden: In Gstaad zahlen die Zuschauer keinen Eintritt für die freie Sicht auf das Spektakel. Und freie Plätze sind immer noch verfügbar.

In Gstaad noch eine Rechnung offen - BOMO will im dritten Anlauf endlich die Winter Classic gewinnen
(Bild: Esther Minder)

BOMO erreicht die Cup Viertelfinals

So 11.12.2022 – Zürich.

 

Der EV BOMO erfüllt seine Pflichtaufgabe im Cup Achtelfinal gegen die ZSC Lions Girls mit einem 15:1 Kantersieg auswärts in Zürich. In der Runde der letzten Acht trifft man im Januar 2023 auf die Neuchâtel Hockey Academy.

 

Man könnte denken, in Zürich habe sich heute das unmöglich Scheinende zugetragen. Die ZSC Lions sind zuhause gegen den EV BOMO mit 1:15 untergegangen. Steht das Schweizer Frauen-Eishockey Kopf? – Nein, denn bei genauerem Hinschauen stellt sich heraus, dass es sich beim Gegner von BOMO nicht um die «echten» Löwinnen handelte, sondern um deren Jugendabteilung. Diese empfingen die Berner Oberländerinnen in der Trainingshalle der brandneuen Swiss Life Arena in Altstetten zur Achtelfinal-Partie im Cup-Wettbewerb.

 

Das Lions Girls Team spielt seit 2018 als reines Nachwuchsteam in der Frauenliga. Die Spielerinnen sind zwischen 12 und 17 Jahren alt. Und sie sind ambitioniert. In der vergangenen Saison gelang der Aufstieg von der SWHL-D in die SWHL-C. Und auf dem Weg in den Cup-Achtelfinal wurde der höher klassierte EHC Zunzgen-Sissach eliminiert.

 

Die Thunerinnen waren heute allerdings eine Nummer zu gross für die Girls aus Zürich. BOMO löste die Pflichtaufgabe ohne Probleme und steht damit in der Runde der letzten Acht. Keinem der unterklassigen Teams ist in den Achtelfinals eine Überraschung geglückt. Die spannendste Partie war jene zwischen den Brandis Ladies und dem HC Fribourg-Gottéron. Brandis gewann das Duell der beiden Spitzenteams der SWHL B mit 3:2 nach Penaltyschiessen und steht nun zusammen mit den sieben Teams der Women’s League in den Viertelfinals und trifft dort auf Ambri.

 

Für den EV BOMO geht der Cup-Wettbewerb in der zweiten Januar-Hälfte auswärts bei der Neuchâtel Hockey Academy weiter. Das genaue Spieldatum steht noch nicht fest. Dem Sieger dieses K.O. Spiels winkt die Teilnahme am Final Four Turnier am 4./5. Februar 2023 in Luzern.

 

 

ZCS Lions Girls – EV BOMO Thun  1:15 (0:5; 0:5; 1:5). – Zürich, Swiss Life Trainingshalle, 50 Zuschauer. – Schiedsrichter: René Krucker / Adrian Burkhart. – Tore: 1. (0:17) Otamo (Joray, Marty J.) 0:1, 4. Marty S. (Pélissou, Aymon) 0:2, 8. Duvin 0:3, 19. (18:15) Mason (Marty S., Ryser) 0:4, 19. (18:58) Kunz (Rensch, Marty J.) 0:5, 29. Kunz (Rensch, Schranz) 0:6, 30. Otamo (Joray, Duvin) 0:7, 33. Duvin (Otamo) 0:8, 37. Joray (Pélissou, Marty J.) 0:9, 38. Ryser (Mason, Marty S) 0:10, 47. (46:27) Marty J. (Otamo) 0:11, 47. (46:35) Joray (Duvin) 0:12, 52. Marty S. 0:13, 56. Rensch (Kunz, Pélissou) 0:14, 57. Molag 1:15, 60. Pélissou (Marty J., Duvin) 1:15. – Strafen: Keine gegen ZSC Lions Girls, keine gegen EV BOMO Thun. – EV BOMO Thun: Lehmann, Dübi; Pélissou, Marti J.; Hänggi, Aymon; Minder; Otamo, Duvin, Joray; Ryser, Marti S., Mason; Kunz, Rensch, Schranz.

 

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Souveräner 6:0 Sieg beim SC Langenthal

Sa 10.12.2022 – Huttwil.

 

Der EV BOMO Thun zeigt beim Aufsteiger SC Langenthal eine starke Leistung. Die Oberaargauerinnen benötigen dringend Punkte im Strichkampf, finden jedoch kein Rezept gegen die kompakt und druckvoll spielenden Oberländerinnen. Die BOMO-Topscorerinnen Otamo und Duvin glänzen mit je vier Punkten und Goalie Jade Dübi feiert einen weiteren Shutout.

Zug auf's SCL-Tor - Estelle Duvin prüft Langenthal-Goalie Caroline Spies (Bild: Esther Minder)

 

Hauptprobe für die Winter Classic

 

Bereits die Fahrt nach Huttwil zum BOMO-Auswärtsspiel war dazu angetan, positive Stimmung zu verbreiten. Die tief verschneite Hügellandschaft des Emmentals und die überzuckerten Tannenäste liessen vorweihnächtliche Gefühle aufkommen. Man wurde ausserdem daran erinnert, dass Eishockey ja eigentlich eine Wintersportart ist. Es fehlte nur noch, dass die beiden Teams ihre Kräfte auf einem gefrorenen Weiher messen, oder zumindest auf einer offenen Natureisbahn. Genau dieses Szenario soll für den EV BOMO und den SC Langenthal Realität werden. Aber noch nicht gestern Abend im Emmental, sondern am 2. Januar im Saanenland anlässlich der dritten Women’s Winter Classic auf dem offenen Rink in Gstaad.

 

Es gehört zu den Eigentümlichkeiten des Spielplans 2022/23, dass die beiden Teams sowohl ihr letztes Meisterschaftsspiel des alten, als auch das erste des neuen Jahres gegeneinander austragen. Gestern Abend absolvierten der SCL und BOMO in der Campus-Eishalle in Schwarzenbach bei Huttwil somit quasi ihre Hauptprobe für die Winter Classic am Berchtoldstag.

 

BOMO dominant und systemtreu

 

Die Thunerinnen haben diese Hauptprobe klar zu ihren Gunsten entschieden. «Jede von uns war bereit für dieses Spiel und wir konnten unser System vom Anfang bis am Ende durchziehen» analysierte Estelle Duvin nach dem Match zufrieden. «Auf diese Weise liessen wir Langenthal gar nie richtig ins Spiel kommen.» In der Tat wirkten die Oberaargauerinnen spätestens nach dem Shorthander von Maija Otamo in der 13. Minute verunsichert und zunehmend ratlos. Das zeigte sich namentlich in den Spezialsituationen, von denen es nicht zuletzt dank der eher kleinlich agierenden Refs etliche gab. BOMO konnte zwei seiner sechs Powerplays durch Duvin zum 0:3 und durch Otamo zum 0:6 ausnutzen. Langenthal erhielt seinerseits ebenfalls sechs Überzahl-Gelegenheiten, blieb dabei aber harmlos und konnte keine ausnutzen – im Gegenteil: Alizée Aymon erzielte mit einem abgelenkten Schuss von der blauen Linie sogar noch einen zweiten BOMO-Shorthander zum zwischenzeitlichen 0:5.

 

Oberaargauerinnen unter Druck

 

Die Langenthalerinnen stehen mitten im Strichkampf und benötigen dringend Punkte für die Playoff-Qualifikation. Der Rückstand auf das viertplatzierte Lugano beträgt aufholbare vier Zähler bei allerdings einem Spiel mehr. SCL-Coach Ruedi Minder ist sich der Drucksituation bewusst und schaut nach dem verlorenen Spiel bereits wieder nach vorne. «Der EV BOMO war heute klar besser als wir. Gegen ein solches Team dürfen wir in unserer ersten Women’s League Saison sicher auch mal verlieren, zumal wir im Moment die Absenz von verletzten Leistungsträgerinnen kompensieren müssen. Aber ich bin dennoch enttäuscht, dass uns heute keine bessere Leistung gelungen ist. Jetzt müssen wir die Nationalmannschaftspause nutzen, um am 2. Januar in Gstaad zu zeigen, dass wir einiges mehr drauf haben.»

 

Auftakt zur Cup Kampagne 2022/23

 

Die Thunerinnen haben ihrerseits am Sonntag noch einen Ernstkampf zu bestreiten. Nämlich den Cup-Achtelfinal gegen die ZSC Lions Girls aus der Swiss Women’s Hockey League C. «Das Erreichen des Finalturniers der letzten Vier ist unser klares Ziel im Cup», sagt Estelle Duvin. «Um weiter zu kommen, sollten wir gegen die Lions Girls genauso spielen wie heute und nicht den Fehler machen, diesen Gegner zu unterschätzen».

 

Bilder zu diesem Spiel

 

 

SC Langenthal – EV BOMO Thun  0:6 (0:2; 0:3; 0:1). – Huttwil, Eishalle Campus, 64 Zuschauer. – Schiedsrichter: Andreas Hirschi / Remo Hofer. – Tore: 7. Otamo (Duvin, Joray) 0:1, 13. Otamo (Duvin, Ausschluss Joray!) 0:2, 23. Duvin (Otamo, Pélissou, Ausschluss Zaugg) 0:3, 26. Rossel (Pélissou, Duvin) 0:4, 39. Aymon (Hänggi, Ausschluss Pélissou!) 0:5, 50. Otamo (Duvin, Marty J., Ausschluss Hehlen) 0:6. – Strafen: 6x2 Minuten gegen SC Langenthal, 6x2 Minuten gegen EV BOMO Thun. – EV BOMO Thun: Dübi, Lehmann; Rossel, Pélissou; Marti J., Minder; Aymon, Hänggi; Otamo, Duvin, Joray; Mason, Marti S., Ryser ; Kunz, Rensch, Schranz.

 

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Immerhin drei Punkte mitgenommen

Sa 03.12.2022 – Neuenburg.

 

Der EV BOMO Thun behält gegen die Neuchâtel Hockey Academy die Oberhand. Den Oberländerinnen gelingt am Neuenburgersee allerdings kein Gala-Auftritt. Eine mässige Leistung reicht dennoch, um den aktuell Zweitletzten der Tabelle mit 5:1 zu schlagen.

Im Dezember 2022 stehen für den EV BOMO Thun noch drei Auswärtsspiele an – zwei in der Meisterschaft gegen Neuenburg und Langenthal und eines im Cup Achtelfinal gegen die «zweite Garnitur» der ZSC Lions aus der SWHL C.

 

Am Samstag-Abend stand zunächst die Partie in Neuenburg gegen die Hockey Academy an, wobei der Spielbeginn um 20:30 Uhr ungewohnt spät angesetzt war. Die Thunerinnen, die nur mit zwei kompletten Linien angetreten waren, wirkten denn auch alles andere als frisch und starteten ungewohnt fahrig in diese Begegnung. Dennoch entwickelte sich das Spiel im ersten Drittel zu ihren Gunsten. Innert weniger als zweieinhalb Minuten trafen nämlich Otamo, Ryser und erneut Otamo zur komfortablen und teilweise glückhaften 3:0 Führung. «Die Tore sind uns teilweise etwas gar leicht in den Schoss gefallen» konstatierte BOMO-Verteidigerin Simone Minder nach dem Spiel. Und: «Wir waren heute nicht um vier Tore besser als Neuenburg. Wir hatten einfach das Glück, dass die Scheibe für uns gelaufen ist.»

 

Die Neuenburgerinnen ihrerseits meldeten sich durch den Anschlusstreffer ihrer Kanada-Schweizerin Marilyn Fortin noch im ersten Abschnitt wieder zurück. In der 27. Minute konnte Cindy Joray mit ihrem achten Saisontreffer allerdings den Dreitorevorsprung für BOMO wieder herstellen.

 

Maija Otamo mit vier Scorerpunkten

 

Schliesslich war es Maija Otamo, die knapp vier Minuten vor Schluss mit ihrem dritten Treffer an diesem Abend die letzten Neuenburger Hoffnungen begrub. Die formstarke BOMO-Finnin trug ausserdem einen Assist bei und löste erstmals in dieser Saison Estelle Duvin an der Spitze Scorerliste der Women’s League ab. Otamo totalisiert nach dieser Meisterschaftsrunde insgesamt 29 Punkte aus 14 Spielen, davon 14 Tore und 15 Assists. Duvin steht ihrerseits bei 28 Punkten (14 Tore, 14 Assists). Die aktuelle Scoring-Statistik ist ein weiterer Beleg für das Erstarken des EV BOMO. Noch nie war in dieser Meisterschaftsphase eine BOMO-Spielerin an der Spitze dieses Rankings zu finden. In der laufenden Saison sind es mit den beiden Thuner Schlüsselspielerinnen Otamo und Duvin nun gleich zwei.

 

Aktuelle Top-Scorerin der Women's League - BOMO's Nr. 11 Maija Otamo (Bild: Esther Minder)

 

Neuchâtel Hockey Academy – EV BOMO Thun  1:5 (1:3; 0:1; 0:1). – Neuchâtel, Patinoire secondaire, 49 Zuschauer. – Schiedsrichter: Gil Papaux / Loic Orellana. – Tore: 9. (08:40) Otamo (Schranz) 0:1, 10. (09:47) Ryser (Mason) 0:2, 11. (10:03) Otamo (Duvin, Joray) 0:3, 18. Fortin (Wilcke, Paiva) 1:3, 27. Joray. (Duvin, Otamo) 1:4, 57. Otamo 1:5. – Strafen: 2x2 Minuten gegen Neuchâtel Hockey Academy, 3x2 Minuten gegen EV BOMO Thun. – EV BOMO Thun: Lehmann, Dübi; Rossel, Pélissou; Hänggi, Aymon; Minder; Otamo, Duvin, Joray; Mason, Rensch, Ryser; Schranz.

 

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